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Die aktuelle Information:
Industrie-Ausstellungen vergessen?
Einst in Berlin das Schaufenster des Westens /
PDF-Dokument dazu veröffentlicht
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Nun auch in PDF. |
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BERLIN 1.5.2008 (khd). Es fiel jetzt beim Recherchieren von Links für den
TEE-Artikel auf:
Im Internet kommen die Berliner Industrie-Ausstellungen nicht recht vor. Zwar weist die Suchmaschine
Google bei der Eingabe von "Deutsche
Industrieausstellung" über 1000 Links nach, aber zumindest unter den ersten 400 Verweisen sind keine
Hinweise auf eine grundsätzliche Beschreibung der einst so beliebten Ausstellung angegeben. Die
Links beziehen sich meist auf Ausstellungen, die nicht in Berlin stattfanden, oder auf Texte, in denen
nur einzelne Details beschrieben sind. Auch bei
Wikipedia gibt es (noch) keinen Artikel dazu. Und
sogar bei der Messe Berlin, deren
Vorläufer-Gesellschaft die Ausstellungen veranstaltete, wird
kaum etwas
über diese Ausstellungen berichtet. Dort war noch nicht einmal feststellbar, in welchem Jahr die
Industrie- Ausstellungen aufgegeben wurden.
Sie war eine sehr informative Veranstaltung die jährliche Deutsche Industrie-
Ausstellung auf dem Messegelände unterm Funkturm in Berlin. Diese Industrie- Ausstellungen
starteten 1950 nach der
Blockade, nachdem die im Krieg teilweise zerstörten
Ausstellungshallen mit 4 Mio. DM aus dem ERP-Fonds wiederhergestellt worden waren.
Auch war die Ausstellung bis zum Mauerbau als ein Schaufenster für die Einwohner Ost-Berlins und der
Zone (wie damals die DDR genannt wurde) konzipiert. Viele Highlights der Nachkriegszeit vom
Elektronen-Mikroskop über UKW-Radios, Fernseher, Tonbandgeräte bis zum 1. Computer wurden dort
erstmals einem größeren Publikum vorgestellt.
Bereits vor einigen Jahren wurde im Rahmen meiner
Berlin-Reports versucht, aus Erinnerungen wenigstens ein kleines
Portrait der
Industrie- Ausstellungen in Berlin zusammenzustellen. Dieses wurde jetzt um einige Fotos ergänzt
auch als ein 4-seitiges
PDF-Dokument ins Internet gestellt, da viele Suchmaschinen Texte in layoutgetreuem PDF bevorzugt
behandeln. Vielleicht regt es ja andere an, die mehr wissen, eine kleine Chronik der Industrie-
Ausstellungen unterm Berliner Funkturm zu verfassen.
Mehr zu diesem Thema:
[23.09.1966:
Schaufenster ohne Glanz] (DIE ZEIT)
[30.09.1977:
Partner des Protektionismus] (DIE ZEIT)
[00.11.2000:
Dollar-Spritzen für West-Berlin] (BERLINISCHE MONATSSCHRIFT)
[06.10.2001:
Das erste "Elektronenhirn" in Deutschland] (HEISE-NEWSTICKER)
[00.04.2002:
Die Geschichte des Messeplatzes Berlin] (MESSE BERLIN)
[30.04.2008:
Deutsche Industrie-Ausstellungen unterm Funkturm] (khd-research.net)
Erinnerung an den TEE
Erster europäischer Schnellzug /
Ein Vorläufer von TGV und ICE
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Ein TEE auf der Strecke um 1986. Die Diesel-Lokomotive gehört zur Baureihe 601, eine
Weiterentwicklung der VT 11.5. Das TEE-Logo ist hier bereits durch das DB-Logo ersetzt.
(Foto: 1986 wikipedia) |
BERLIN 22.4.2008 (khd). Vor 50 Jahren wurde 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel
erstmals der europäische Schnellzug Trans Europ Express (TEE) einem größeren
Publikum gezeigt. 1959 kam der TEE auch nach Berlin, wenn auch nur zum Anschauen auf der
Industrie-Ausstellung unterm Funkturm. Solche komfortablen Eisenbahnzüge
verbanden dann in den 1960er-Jahre bis in die 1980er die Staaten der früheren EWG (Europäische
Wirtschafts- Gemeinschaft) und der Schweiz. In der Bundesrepublik entstand in Verbindung mit dem IC-Netz
ein regelrechtes TEE-Netz. Berlin kam da wegen der politischen Situation nicht vor. Ersetzt wurde der TEE
ab den 1980er-Jahren durch die EuroCity-Züge.
Die TEE-Züge waren nur mit Wagen der 1. Klasse ausgestattet und konnten maximal eine Geschwindigkeit
von 140 km/h erreichen. Die Deutsche Bundesbahn (DB) setzte bei den TEE- Zügen anfangs
Diesel-Lokomotiven der Baureihe VT 11.5 ein, auf deren Front das TEE- Logo prangte. Diese hatten ein
windschnittiges Aussehen, was damals auf der Industrie-Ausstellung besonders bewundert wurde. Denn alle
Interzonen-Züge im Berlin-Verkehr wurden damals noch von klassischen Dampfloks der Deutschen
Reichsbahn (DR) gezogen.
Außerdem waren alle TEE-Züge mit Restaurant-Wagen und eigener Bordküche ausgestattet, wo
noch richtig gekocht wurde.
Was wäre es schön, mit einem so feinen Zug einmal zu verreisen, träumten damals viele
Berliner Besucher der Ausstellung. Und manche, die sich später in den 1970er-Jahren einmal eine
Reise mit TEE Rheingold gönnten, schwelgen noch heute von der einmaligen Sicht aus dem
mitgeführten Aussichtswagen bei der Fahrt längs des Rheinufers durch das kurvenreiche Rheintal
zwischen Koblenz und Mainz.
Polnische Energiepolitik
Polen setzt auf AKWs /
Kommt das AKW an der Oder?
WARSCHAU/BERLIN 10.4.2008 (khd). Polen plant seit einigen Jahren den Bau von
Atomkraftwerken (AKW). Vor 2 Jahren gab es große Aufregung als bekannt wurde, daß die Oder
ein möglicher AKW-Standort sein könnte
[khd-Page berichtete 2006]. Inzwischen sind die Planungen
konkreter geworden. Polens Wirtschaftsministerium hat sich jetzt für den Bau
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Die Katastrophe in Tschernobyl ist lange her und seitdem
ist nichts dergleichen vorgefallen.
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Das sagte der polnische Soziologe Rafal Drozdowski aus Posen.
Zitiert nach
Polska-Web.
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eines AKWs bis 2020 ausgesprochen. Der Plan soll in dem Strategie-Papier Die polnische
Energiepolitik bis 2030 vorgestellt werden. Ein möglicher Standort ist Gryfinow an der Oder
in unmittelbarer Nähe des Ballungsgebiets Szczecin (Stettin) und nur gut 100 Kilometer vom
Ballungsraum Berlin entfernt.
Es gibt keine Möglichkeit, die Atomenergie in unserem Energiemix dauerhaft zu umgehen,
meint der Direktor der Energie-Abteilung im Wirtschaftsministerium, Zbigniew Kamienski. Der Hauptgrund
dafür sei der Plan der EU, den Ausstoß von CO2 zu verringern. Außerdem steige in Polen
der Bedarf an Strom massiv.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wußte es schon 2004 besser. Polen sei auf den Bau von AKWs
überhaupt nicht angewiesen. In einem
Artikel vom 9.9.2004 heißt es: Der vom [polnischen]
Ministerium angegebene Grund, auch für ein zukünftiges Wirtschaftswachstum über
genügend Energie verfügen zu wollen, ist fragwürdig: Polen verbraucht das Vierfache an
Energie, um das gleiche Bruttoinlandsprodukt wie Deutschland zu produzieren. Wenn das Land neben dem
Wirtschaftswachstum auch seine Energieeffizienz weiterentwickelte, könnte es durch regenerative
Energie sowohl den CO2-Ausstoß senken als auch atomfrei bleiben.
Auch die Europäische Union sieht
Polens Energiepolitik kritisch. So heißt es in einem EU-Hintergrundpapier, daß Polen
über ein enormes ungenutzes Potential an regenerativen Energien verfüge. Diese ungenutzten
Energien könnten drei Mal mehr Strom liefern als ein modernes 2.400 Megawatt-AKW.
Mehr zu diesem Thema:
[11.06.2001:
Zum Ausstieg aus der Kernenergie] (khd-Page)
[09.09.2004:
Polen plant erstes Atomkraftwerk] (GREENPEACE)
[02.05.2006:
Polen plant Atommeiler an Oder] (MÄRKISCHE ODERZEITUNG)
[02.05.2006:
Polen plant AKW an der Oder] (khd-Page)
[03.05.2006:
Polen erwägt Bau eines Atommeilers an der Oder] (DDP)
[10.02.2007:
Kernkraft ist "kein Ausweg" aus dem Klimawandel] (SPIEGEL-ONLINE)
[09.04.2008:
Pläne für Atomkraftwerk in Polen werden konkreter] (DER TAGESSPIEGEL)
Ein Kaufhaus für die Berliner City Teil 2
Leipziger Platz: Immerhin ein kleines Kaufhaus soll entstehen /
[Teil 1]
BERLIN 19.3.2008 (khd). Im Dezember 2006 erwarb die Investorengruppe Orco das
Wertheim-Grundstück am Leipziger Platz für rund 75 Millionen Euro von den Wertheim-Erben, die
sich mit ihren Ansprüchen gegenüber dem Karstadt-Konzern vor Gericht durchgesetzt hatten.
Zusammen mit der Senatsbauverwaltung schrieb Orco einen neuen städtebaulichen Wettbewerb aus, um
damit den Masterplan von Hilmer und Sattler aus dem Jahr 1991 auf die Höhe der Zeit zu bringen.
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Wertheim-Areal in Berlins City.
(Grafik: 2008 mopo) |
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Diesen begrenzten Wettbewerb gewann jetzt der Architekt Jan Kleihues. Er entwarf einen
Gebäudekomplex, der auf den unteren 3 Etagen mit Ladenflächen und darüber mit Büros
und Wohnungen ausgestattet werden soll. Insgesamt ist eine Verkaufsfläche von 70.000 Quadratmetern
vorgesehen, was deutlich mehr als die der
Potsdamer
Platz Arkaden ist (40.000 Quadratmetern). Direkt am Leipziger Platz soll leider nur ein kleines,
feines Kaufhaus entstehen. Entlang der Leipziger Straße und einer Passage sollen sich Läden
unterschiedlicher Größe ansiedeln.
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Kleihues-Plan für die Bebauung des Wertheim- Areals. Mit den Säulen am Leipziger Platz
orientiert sich der Architekt am alten Wertheim-Warenhaus von 1904. Längs der Leipziger Straße
sollen Arkaden entstehen.
(Foto: 2008 welt.de) |
Die Kleihues-Pläne sollen jetzt vom Berliner Senat im Bebauungsplan I-15b in gültiges Baurecht
umgesetzt werden. Parallel wird mit der Detailplanung begonnen, mit der auch andere Architekten betraut
werden sollen. Der Baubeginn für das 250 Millionen Euro teure Bauprojekt soll dann im Frühjahr
2009 sein. Sollte das Gebäude wie von Kleihues geplant realisiert werden, könnte
das auch der Einstieg in die wünschenswerte Revitalisierung der gesamten Leipziger Straße als
Einkaufstraße sein. Und dazu gehört dann auch, daß durch die Leipziger Straße
wieder eine Straßenbahn fährt.
Mehr zu diesem Thema: (bei fehlenden Links
Suchmaschine benutzen)
[05.02.2004:
Ein Kaufhaus für die Berliner City] (khd-Page)
[11.07.2006:
Wertheim-Areal in Berlin steht zum Verkauf] (BERLINER MORGENPOST)
[27.09.2007:
Das Achteck nimmt Form an] (DER TAGESSPIEGEL)
[20.03.2008:
Fünf Jahrzehnte Brache jetzt wird gebaut] (DER TAGESSPIEGEL)
Staatliche Fehlplanung am Spreedreieck Teil 2
Es kam noch viel schlimmer /
[Teil 1]
BERLIN 30.12.2007 (khd). Der Spielbetrieb im Tränenpalast konnte nicht auf Dauer
aufrechterhalten werden. Vielmehr wurde er in die Insolvenz getrieben, so daß der Tränenpalast
bereits am 31. Juli 2006 für immer schließen mußte.
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Kurz vor Weihnachten 2007 kam es jetzt aber zu einem Paukenschlag vom Berliner Oberverwaltungsgericht.
Dieses erklärte den der Bebauung des Spreedreiecks zugrundeliegenden Bebauungsplan I-50
für nichtig. Eine Revision ist nicht möglich (Az: OVG 2 A 3.07).
Berlins Senat hatte für den Bau des zehngeschossigen Bürokomplexes bei der GFZ unzulässig
getrickst (Bebauung mit GFZ = 3,4 wurde im Kern-Gebiet zugelassen!). Damit das nicht so auffällt,
wurde durch die Einbeziehung des Bahnhofs-Vorplatzes die GFZ unter 3 heruntergerechnet.
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Spreedreieck am Bhf. Friedrichstraße mit der geplanten Bebauung durch den Investor
Müller-Spreer. TP = Fr. Tränenpalast, der unter Denkmalschutz steht. Die Fläche
des öffentlichen Bahnhofs-Vorplatzes wurde von Berlins Senat in die Berechnung der für die
Bebauung des Dreieck- Grundstücks zulässigen Geschoßflächenzahl (GFZ) einbezogen.
Spötter sagen nun, hätten die noch etwas von der Spree miteinbezogen, dann hätte die
Baugenehmigung auch für die beantragten 12 Stockwerke erteilt werden können. . .
(Repro: 2006 khd) |
Geklagt hatte ein Nachbar der Eigentümer des neuen Hauses, in dem sich das Hotel Sol Meliá
befindet. Diesem waren bei seinem Bauvorhaben keine Dispense bewilligt worden. Dem Investor
Müller-Spreer droht nun der Stop, der inzwischen begonnenen Bauarbeiten. Aus dem für Sommer
2008 geplanten Richtfest wird nichts.
Berlins Senat steckt in der Klemme, denn nicht nur die Stadtplanung und der Grundstücksverkauf waren
liederlich. Nun ist auch klar, daß der Senat einen liederlichen Gefälligkeits-Bebauungsplan
ablieferte. Zu erwarten ist deshalb, daß erhebliche Summen aufgewendet werden müssen, um den
Schaden zu begleichen.
[Ein Kommentar]
Natürlich wäre an dieser Stelle ein Punkt-Hochhaus von der Art der Vision eines Mies van der
Rohe aus den 1920er-Jahren städtebaulich richtig plaziert auch wenn der Senat anderes
erzählt. Aber dann müssen auch rechtzeitig alle dafür erforderlichen rechtlichen Weichen
(z. B. beim Flächennutzungsplan) richtig gestellt werden. Aber Berlins Senat wollte ja
‚Wolkenkratzer‘ nur noch
am Alexanderplatz und am Zoo. . .
Mehr zu diesem Thema: (bei fehlenden Links
Suchmaschine benutzen)
[22.08.2004:
Staatliche Fehlplanung am Spreedreieck] (khd-Page)
[30.07.2006:
Letzter Vorhang im Tränenpalast] (DER TAGESSPIEGEL)
[25.11.2007:
Ärger am Spreedreieck] (DER TAGESSPIEGEL)
[19.12.2007:
Bürohaus am Spreedreieck droht ein Baustopp] (BERLINER MORGENPOST)
[20.12.2007:
Niederlage für Hochhaus-Bauherr] (DER TAGESSPIEGEL)
[21.12.2007:
Tricks am Spreedreieck] (DER TAGESSPIEGEL)
Be Berlin: Privatisierung mit Zuzahlung
13.3.2008 (khd). Berlins Baupolitik hat mit dem Spreedreieck-Skandal einen neuen Tiefpunkt erreicht. Da
bemüht sich Berlins rot-rote Regierung seit Jahren, zu sparen bis es quietscht"
(SPD-Wowereit). Und dann verprassen dessen ‚Bauleute‘ viel Geld durch Unfähigkeit beim
Bauplanen eines Filet-Grundstücks. Geld, das in der Stadt an allen Ecken und Enden fehlt.
Der Berliner Tagesspiegel rechnet in
seiner heutigen Ausgabe vor, daß Berlins Senat vom Verkauf des Spreedreieck-Grundstücks am
Bahnhof Friedrichstraße nichts außer Ärger hat. Vielmehr muß er
mindestens 11,5 Millionen Euro draufzahlen. Und es könnte sogar noch mehr werden. Die
ursprünglich vom Bezirk Mitte dort geplante Grünanlage mit Bänken für die Bürger
wäre billiger gekommen.
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Suchmaschine benutzen)
[28.02.2008:
Spreedreieck-Schaden noch nicht absehbar] (DER TAGESSPIEGEL)
[11.03.2008:
Tränenpalast (Kommentar)] (DER TAGESSPIEGEL)
[13.03.2008:
Verlustreicher Verkauf] (DER TAGESSPIEGEL)
[17.03.2008:
Spreedreieck: Beschwerden sind jetzt vom Tisch ] (DER TAGESSPIEGEL)
Endlich ein Supermarkt in Sicht
Thermometer-Siedlung 41 Monate ohne
Supermarkt / Nahkauf eröffnet noch vor Weihnachten
BERLIN-LICHTERFELDE 1.12.2007 (khd).
Vor fast 3 1/2 Jahren machte der letzte Lebensmittelmarkt im Einkaufszentrum der
Thermometer- Siedlung in Lichterfelde-Süd dicht (khd-Page
berichtete). Vorher hatte bereits Ende 2001 der große REICHELT-Markt für
immer geschlossen. Für viele Bewohner der Hochhaussiedlung am Stadtrand, die über kein Auto
verfügen, waren seit dem sehr weite Fußwege oder Fahrten mit der S-Bahn angesagt, um nur ihren
täglichen Lebensmittel-Bedarf zu besorgen. Die Versorgung war schlichtweg miserabel.
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Das ist eine echte Weihnachtsüberraschung. Heute, am 15. Dezember 2007 lag nun der
Nahkauf-Eröffnungsprospekt im Briefkasten. Nahkauf-Läden gehören zur
Rewe-Gruppe.
Allerdings will nun KAISERs zu Ostern 2008 ihren Supermarkt im benachbarten Sanierungsgebiet der
Woltmann-Siedlung an der Osdorfer Straße schließen.
[mehr]
(Repro: 15.12.2007 khd) |
Es besteht nun Hoffnung, daß sich das schon vor Weihnachten etwas bessern wird und die 41 Monate
andauernden Einkaufsqualen endlich ein Ende haben werden. Denn am 19. Dezember will im von PLUS
(Tengelmann-Gruppe) verlassenen Laden eine Nahkauf-Filiale neu eröffnen. Die Bewohner
hoffen, daß die Nahkauf-Leute ein gutes Warensortiment mitbringen und nicht nur ein kurzer
Gastspiel geben, wie es im Winter 2004/05 diese
Kleine Markthalle im ex-REICHELT-Markt tat. Sonst stehen schon bald die
Stadtrandsiedlungen in Lichterfelde-Süd ohne jeglichen Lebensmittelladen da.
[mehr]
[30.06.2004:
Vom Geschäftesterben im Stadtrand-Kiez] (khd-Page)
[15.07.2004:
Letzter Supermarkt verschwindet aus Thermometer-Kiez] (BERLINER MORGENPOST)
[14.07.2005:
Thermometer-Siedlung ein Jahr ohne Supermarkt] (khd-Page)
Vom Contergan-Skandal
Die Katastrophe war vermeidbar /
Entschädigung muß neu geklärt werden
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BERLIN 9.11.2007
(khd/ddp).
Die Ausstrahlung des Fernseh-Zweiteilers vom WDR zur Aufarbeitung des
Contergan- Skandals Eine einzige Tablette (7.11.2007)
und Der Prozess (8.11.2007) machte sehr betroffen, dann aber auch sehr
sehr wütend. Wütend, weil die unschuligen Opfer noch nicht einmal eine
angemessene Entschädigung für die schlimmen Folgen eines vermeidbaren
kommerziellen ‚Unfalls‘ erhalten haben. Mit Almosen von höchstens 545 Euro/Monat werden sie
hierzulande abgespeist in England gibt¹s im Schnitt 2100 Euro/Monat.
Merck weiß, was sich gehört
Heute wurde dann bekannt, daß beim aktuellen VIOXX-Skandal die
US-Merck 4,85 Mrd. US-$ bereitstellt, um damit die Entscheidung
über tausende von Schadensersatzklagen wegen möglicherweise
schädlichen Wirkungen des Schmerzmittels VIOXX abzuwenden. Und beim VIOXX ist
der Zusammemhang zwischen Einnahme und Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall nur
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Am 283. Verhandlungstag, dem 18. Dezember 1970, wurde das Strafverfahren
gegen Grünenthal-Beteiligte wegen
vorsätzlicher oder fahrlässiger Körper- Verletzung und
fahrlässiger Tötung
wegen
geringfügiger Schuld
der Angeklagten und mangelnden öffentlichen Interesses
eingestellt.
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So endete die strafrechtliche Aufarbeitung des Contergan-Skandals und wird
damit zum Justiz-Skandal. Zitiert nach
Wikipedia.
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wahrscheinlich, wiss. noch nicht exakt bewiesen. Beim Contergan hingegen gibt es aber
keinen wiss. Zweifel am Zusammenhang zwischen den aufgetretenen Mißbildungen der ab
1958 geborenen Kinder und der Einnahme des Schlafmittels Contergan der Firma
Chemie-Grünenthal durch die Mutter während der Schwangerschaft.
Unsere bislang nicht durch wegweisende Politik aufgefallene Gesundheitsministerin
Ulla Schmidt (SPD) hat in der durch die WDR-Produktion ausgelösten Debatte
über eine Entschädigung für Contergan-Opfer Gespräche zwischen
Wirtz/Grünenthal und Betroffenen angeregt, wobei sie aber ihre eigene Rolle
vergaß. Denn an einem solchen ‚Runden Tisch‘ muß wg. der
staatlichen Versäumnisse auch die Bundesregierung Platz nehmen.
Staat trägt Mitschuld
Eine sehr wichtige Tatsache wird in der Contergan-Debatte allzuoft übersehen: In
den USA wurde Contergan nie zugelassen. Denn die USA hatten mit dem FDC Act
bereits 1938 (!) ein vorbildliches und leistungsfähiges
Arzneimittelzulassungs-Verfahren beim
FDA eingeführt (New
drugs must show safety before selling). In Deutschland
herrschte hingegen bei der Einführung von Arzneimitteln sogar bis 1976 noch immer
Preußisches Landrecht (simples Gewerberecht), was dann
um 1957 insbesondere wg. des Fehlens eines bewertenden Zulasungsverfahren zum
Contergan-Skandal führte. Der deutsche Staat hatte nichts dagegen, daß
Pharma-Firmen die Bevölkerung als Experimentierfeld nutzten. Er hat also
damit ein gerüttet Maß Schuld an dem Pharma-Skandal.
Die USA waren schlauer
Mit der Arzneimittelinspektorin Dr. Frances Kelsey hatte die amerikanische
Zulassungsbehörde FDA Ende der 1950er-Jahre eine sehr
kompetente Mitarbeiterin,
die sich auch durch den massiven Druck der Pharma-Industrie nicht beirren ließ.
Ihr solides Wissen um Wirkungen ähnlicher Stoffe hatte die Versagung der
Contergan-Zulassung für den lukrativen US-Markt zur Folge. Es war ihr
Mißtrauen, daß eine Contergan- Katastrophe in den USA verhinderte. Allein
aus diesen amerikanischen Fakten (und Akten) geht hervor, daß die ganze
Contergan- Katastrophe vermeidbar gewesen ist.
Noch vom US-Präsidenten John F. Kennedy (1963 ermordet) persönlich wurde
deshalb Dr. Frances Kelsey mit der Medaille The President’s Award for
Distinguished Federal Civilian Service öffentlich geehrt, obwohl sie
nur ihre Dienstaufgaben sehr gewissenhaft erledigt hatte. Der mutige deutsche Kinderarzt
Widukind Lenz (19191995) der eigentliche Held der
Contergan-Story, der alles ans Licht gebracht hatte wurde hingegen erst sehr viel
später mit einem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, was aber noch nicht mal der
Bundespräsident persönlich überreichte.
Entschädigungsfrage muß neu aufgerollt werden
Zurück zu Frau Schmidt: Viele Spätschäden weit über die
Behinderung hinaus waren bei Abschluß des Vergleichs noch nicht
absehbar, sagte jetzt die Ministerin den Ruhr Nachrichten. Zur Frage,
ob die monatlich maximal 545 Euro betragende Entschädigung nicht erhöht
werden müsse, räumte sie ein: Es besteht das Problem, dass mit dem
Vergleich und der Stiftung damals die Frage der Entschädigung rechtlich abschließend geregelt
worden ist. Ob das angesichts der enormen Ungerechtigkeit sowie der Ungleichbehandlung der Opfer
tatsächlich abschließend ist, muß nun schleunigst geklärt werden.
Inzwischen haben aufmerksame Beobachter abgeschätzt, was denn diese
Wirtz/Grünenthal-Leute noch zu bezahlen hätten. Nach den
Merck-
Maßstäben müßte noch mindestens 1 Mrd. Euro in die Stiftung
eingezahlt werden. Und wenn Grünenthal wg. des naiven Vergleichs von
1970 wirklich nicht mehr zahlen brauche, dann müsse das eben die
Bundesregierung wg. früherer Fehler tun, heißt es klar und
deutlich.
Vermutlich hofften Grünenthal plus Bundesregierung damals,
daß wir alle nicht lange leben würden. Sonst hätten sie schon damals
mehr als diese lächerlichen 210 Mio. DM bereitgestellt. Wenn diese
Grünenthals das Zeug nie hergestellt hätten, würden wir heute ein ganz
normales Leben führen, sagt Elvira S. (Name geändert), ein heute
47-jähriges Contergan-Opfer mit ungebrochenem Lebenswillen.
Mehr zu diesem Thema:
[00.10.2000:
Die Contergan-Katastrophe revisited Ein Lehrstück...] (Dr. Luhmann, Wuppertal)

[17.03.2006:
Grünenthal will Contergan-Film verhindern] (KÖLNER STADT-ANZEIGER)
[21.09.2007:
Contergan-Produzent erwägt neue Entschädigung] (DER TAGESSPIEGEL)
[15.10.2007:
Contergan-Hersteller kontrolliert Wikipedia-Einträge] (WDR)
[07.11.2007:
Kekulé-Kommentar: Gefährliche Zuckerplätzchen] (DER TAGESSPIEGEL)
[08.11.2007:
Grünenthal gibt kein Geld mehr für Contergan-Opfer] (DIE WELT)
[11.11.2007:
Bewegung im Contergan-Streit?] (ddp-Meldung)
[12.11.2007:
Neue Forderungen an Contergan-Firma] (DER SPIEGEL)
Alle älteren Artikel findet man im
Archiv:
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Wo sind die Infos?
Viele interessante Themen, die hier einmal behandelt wurden, haben
inzwischen eigene Web-Seiten erhalten. Hier finden Sie den Weg dorthin:
Infos zum Klimawandel.
Virtuelles Woldenberg/Neumark.
Virtuelles Schlangen/Lippe.
Probleme bei und mit der Energie-Versorgung.
Meine Berlin-Reports Living in a City.
Probleme bei und mit der Bahn.
Die Thermometer-Siedlung.
Chronik des Berliner Banken-Skandals. (bereits in 215. Ed.)
Infos zum Elektro-Smog.
Zur Gefahr von Acrylamid im Essen.
Zum Nitrofen-Skandal. (den [mehr] folgen)
Die Lebensmittel-Skandale in Europa.
Politik skandalös.
Die Geschichte des EURO.
Zum Rinderwahnsinn. (BSE + CJD)
Archiv zu Problemen mit der Telekommunikation
(Telefon, Internet, Breitband, TV-Kabel, Tarife etc.):
Das frühere Magazin t-off,
dessen Archiv von Zeit zu Zeit aktualisiert wird zumindest der immer wichtiger werdende
Telekomien-Teil.
Es gab mal Proteste gegen die Telekom-Tarife 96.
Es gab mal einen Internet-Boykott 1998.
Abkürzungen der IT- und TK-Technik.
Und anderes ist im
Archiv abgelegt oder kann über die
Site-map lokalisiert werden.
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